Welterbe Highlights 3/11

Die Berge stehen kopf  – die Glarner Hauptüberschiebung

Vielfältige Gesteine lagern sich im Verlauf von Jahrmillionen an der Erdoberfläche oder in Meeren übereinander ab. Dabei kommen jüngere auf älteren Schichten zu liegen. In der Tektonikarena Sardona stehen die Berge hingegen kopf!

Entlang einer gut sichtbaren Linie, der sogenannten «Glarner Hauptüberschiebung», wurden in der Erdkruste während der Entstehung der Alpen alte Verrucano-Gesteine (250 – 300 Mio. Jahre) auf viel jüngere Flysch-Gesteine (35 – 50 Mio. Jahre) geschoben. Der dazwischen liegende Lochsitenkalk wirkte dabei vermutlich als eine Art Schmiermittel. Es kamen also ältere auf jüngeren Schichten zu liegen. Dieser bedeutende geologische Prozess der Gebirgsbildung, die Überschiebung von Gesteinspaketen (Decken), ist in der Tektonikarena Sardona einzigartig schön sichtbar.

Glarner Hauptüberschiebung: Altes Gestein liegt auf jüngerem, dazwischen der rätselhafte Lochsitenalk