350 Erdbeben in Elm – in einem Jahr
Im Frühling und Herbst 2020 ereigneten sich im hinteren Glarnerland südwestlich von Elm insgesamt mehr als 350 Erdbeben. Dieser sogenannte «Erdbebenschwarm» war jedoch nur ausnahmsweise spürbar.
Das stärkste Beben dieses Schwarms (Magnitude 4.3) wurde vereinzelt bis ins Tessin und an den Bodensee verspürt und führte nirgends zu Schäden.
Alle diese Erdbeben entstanden durch ruckartige Bewegungen an einer fast senkrechten, ungefähr Ost-West orientierten Bruchzone in etwa ein bis zwei Kilometern Tiefe, vermutlich im Übergangsbereich zwischen dem kristallinen Grundgebirge des Aar-Massivs und der darüberliegenden Sedimentschichten. Der Schweizerische Erdbebendienst nimmt an, dass Bewegungen entlang dieser Bruchzone bereits 1987 zu spürbaren Erdbeben führten.
Auf dieser "shakemap" wird dargestellt, wo das stärkste Erdbeben vom Herbst 2020 überall spürbar war. Quelle: Schweizerischer Erdbebendienst
Oben: Schematische Darstellung eines «klassischen» Erdbebens mit einem Hauptbeben und einer Vielzahl von Nachbeben sowie gelegentlichen Vorbeben. Unten: Schematische Darstellung eines Erdbebenschwarms. Bei diesem treten über einen längeren Zeitraum lokal begrenzt zahlreiche Beben auf, ohne dass eine klare Abfolge von Vor-, Haupt- und Nachbeben besteht. Quelle: Schweizerischer Erdbebendienst
Die Erdbebenaktivität am 25. und 26. Oktober 2020 südwestlich von Elm (blaue Punkte). Die roten Kreise bezeichnen Erdbeben, deren Erdbebenherd lokalisiert werden konnte. Quelle: Schweizerischer Erdbebendienst
Die Erdbebenaktivität am 10. November 2020. Je grösser das Quadrat, desto stärker das Beben. Im Nordwesten dieses Kartenausschnittes liegt Elm. Quelle: Schweizerischer Erdbebendienst